„...genieße den Moment, bevor er zur Erinnerung wird.“


Prost-Fuck-Dich

...da lachen ja die Affen!

Das internationale Wort des Jahres 2016

 

Ich stehe täglich morgens um Punkt 06.00 Uhr auf, „lustwandle“ mit meinen flauschigen Puschen und meinem blaugestreiften, frottee Schlaf-Jumpsuit, Model Karl, der wird nämlich am Rücken zugeknöpft, gehe zu meinem beigen Kirschbaum/Nussholz Schrank aus dem 18. Jahrhundert, öffne diesen mit größtem Bedacht, mittels einem kleinen auf hochglanz polierten Messingschlüssel, klappe die fragilen Flügeltüren auf und hole mir meine emotional, pinkene Panther-Tasse heraus und bereite mir eine würzige, geschmacksintensive, kolumbianisch-brasilianische Kaffeemischung vor, die ich mir extra mit besonders weichem Wasser kredenze, dazu ein frisches, französisches Brioche, in Fachkreisen auch unter dem „schnittigen“ Namen „mangeurs de grenouilles - Missionarsbackwerk“ bekannt, schmiere mir frische rahmige Bauernbutter darauf und wähle eine Erdbeerkonfitüre, die keine Wünsche ungeschützt offen lässt, hhmmm einfach lecker, dieses deliziöse Brot und sooo „gesund“, spekuliere ich zumindest. 

 

Der Tag startet gut und ich fühle mich „wohlgemut“, unbelastet und auch sonst „untenherum“ ohne Ende gelockert. Trotz alledem, eine unendliche innere Leere macht sich bei mir breit und kämpft gegen diese heraufziehenten Tränen der Sinnlosigkeit an, weil ich einfach noch nicht bereit bin, für diesen faktisch so paradoxen Freitag, diesen jungfräulichen 09.12.2016, um gegenwärtig 07.00 Uhr morgens, den mir fehlt immer noch dieses eine intellektuelle „Ding“, diese eine simple Sache, wie ich mir es niemals hätte vorstellen können, wenn ich nicht über die schweren und unvorstellbaren, entbehrungswürtigen letzten 10. Lebensjahren hinaus, mein Gott, auf was ich nicht alles intellektuell verzichten musste, um so einen Willen zu entwickeln, um jetzt hier und heute, ohne Reue sagen zu können: „Wo bitte schön, ihr obigen Intellektuellen aus dem Lande Germany und da speziell aus unsere hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden, bleibt mein lebenspendentes, sageumwobenes „FUCKING-IMPORTANT-WORD“, of the „FUCKING-EMOTION-YEAR 2016“. „WO IST MEIN EMOTION-WORT, WO, WO, WO?“ Seit ihr alle wahnsinnig, oder warum dauert das schon wieder so lange? 

 

Jetzt bin ich emotional wieder völlig ausgelaugt und kann mich wieder einmal mehr kaum bewegen, warum muss ich auch immer in diese endlose, sinnlose Angststarre fallen, warum bloß. Wie kann man nur einen solchen sensiblen Menschen wie mich, so verabscheuungswürdig piesacken, das tut in meiner kleinen Seele sooo weh, das habe ich nicht verdient. Ich mache die Glastüren  meines „Freisitzes“ auf und will mir mein trostloses Dasein nehmen, bis ich bemerke, dass ich mich auf der Terrasse meines Hauses befinde und jeder karitative Suicid, keinen wirklichen Sinn machen würde und meine goldene Advocard Rechtschutzversicherung, ist ebenfalls mehr als ausgereizt. Maximal eine gepflegte Erkältung kann ich mir Wohlgemutes holen, bei minus 12 Grad - gefühlten 33 Grad minus. Ergibt ein Leben ohne dieses einzigartige und gleichwohl spektakuläre internationales Wort 2016, wirklich einen Sinn ohne das es bei mir nationaler Weiße vor Ort ist, ein definitives und klares aber striktes NEIN.

 

Das Leben macht keinen wirklichen Sinn mehr. Weil ich aber nun mal so einen furchtbar starken Willen habe und auch sonst ziemlich tollkühn daher komme, schaute ich völlig nonchalant in den Briefkasten, holte die umgebungsnahe Ortszeitung meiner Wahl heraus, schlage eben diese aktuelle Zeitung auf und da springt es mir wie ein Blitz von Seite 2, direkt in die feucht, grünbrauen Augen. Dieses unsagbare, wichtige, lebenspendente neue internationale Wort des Jahres 2016: „P o s t f a k t i s c h“. Ein Wunder wart geschehen und fortan schlug mein Herz wieder wie ein Jungbrunnen dahin, mein Kreislauf drehte vital nach oben und auch mein sonst zarter Teint hatte wieder diesen rosigen, leicht flockigen Farbton, an dem mich selbst mein sozialkritischer Chihuahua-Dackel-Mix erkennt. Hurra und danke, danke, danke!

 

P O S T F A K T I S C H, P O S T F A K T I S C H, P O S T F A K T I S C H, P O O S T - F A A K - T I I S C H, ich konnte dieses lebenspendente Word wie unter einem ekstatischen Trancezustand stehend, gar nicht oft genug rezitieren. Aähmm, aber momentmal, warum „postfaktisch“? Meiner Ansicht nach, hätte es doch auch das Unwort „Merkel“ getan oder „Lügenmedien“ oder wie wäre es denn, mit dem internationalen durchaus angesagtestem aller Worte „Brexit“ gewesen! 

 

Warum „postfaktisch“, wie „unpraktisch“, dachte ich so bei mir.  Nur für was genau stand denn dieser Begriff „postfaktisch“ überhaupt. Hatten die Damen und Herren der Gesellschaft für deutsche Sprache, am gestrigen Donnerstag auf den heutigen Freitag, wieder eine „Marihuanazigarette“ zu viel geraucht, oder einfach zu tief ins Rotweinglasserl geschaut, wer weiß das schon, also ich „post-in-facto“ gesehen, eher nicht. Ehrlich gesagt, ich hatte keinen einzigen kläglichen Dunst im Bezug auf dieses Wort und fing an, das zu tun, was jeder Mensch mit zwei gesunden Händen „just in time“ getan hätte, richtig Googeln. 

 

Nun, es geht bei diesem „wunderbaren“ Wort um Emotionen, weil Fakten gibt es ja nicht mehr so viele, zum Beispiel in der immer mehr abtriftenden, gesellschaftsschädlichen Politik. Es heißt das immer mehr Bewohner von Germany aus reinem „Widerwillen“ heraus, gegen die Obrigkeit alles an Tatsachen ignorieren und dafür störrischer Weise, alles an „Lügen“ akzeptieren, was uns die böse "Pinochio-Presse" so aufs Ohr drücken möchte, ok. Und schon wurde mein rosiger Teint wieder fahl und ich wurde traurig, weil mich „DIE-DA-OBEN“, einfach nicht verstehen wollten und auch sonst war wieder die neue sinnlose „Depri-Phase“ bei mir da.

 

„Bübchen“ wurde wieder bockig und muste erstmal seine „Notdurft“ verrichten. Das Kleine politische Bläschen muste in die äußerst gepflegte „Tropfsteinhöhle“ um „Jürgen“ zu würgen, der hatte ja auch keine andere Wahl und konnte sich leider nicht währen, wie denn auch wenn er immer die gleiche alte, braune langweilige Cordhose trägt. Übrigens, das allererste Mal, wurde das Wort des „Jahres“ im Jahre 1971 erwählt. Wie sich doch die Sprache assimiliert, oder sollte ich sagen politisch geändert hatte, einfach unfassbar. 

 

Aber naja, zurück zu diesem einen unvorstellbar wichtigen Wort: „P o s t f a k t i s c h“!! Auf Platz Nummero Drei, schaffte es übrigens das Wort „Silversternacht“, weil so viel „Emotion“ aus diesem Wort heraus sprach, an dem die „Massenvergewaltigungen“ und sinnlosen Übergriffe in Köln und auch anderswo stattfanden und bei der „Talkmutti“ im ersten, also die Brünette mit dem „Bernstein-Gedöns“ um den Hals, die AfD-Spitzenpolitikerin Alice Weidel, zurecht erwähnt hat, das auch Merkel indirekt nicht ganz unschuldig sei an diesem gänzlichen Dilemma und deutsche Grenzen nicht konsequent genug kontrolliert wurden und jeder wie er gerade „Bock“ hat, auch ohne „Ausweispapiere“ nach Deutschland gelassen wird und die politische „Szene“ komplett versagt hat, also alle diejenigen, die aktuelle wieder...warum...(?)...weshalb...(?)...weswegen...auch immer, „p o s t f a k t i s c h“ gewählt werden wollen, um schon wieder ein Mandat zu bekommen und dann wieder, ebenfalls postfaktisch, unkontrolliert machen zu können, was sie eben gerade so wollen.

 

Aber das Schöne ist, was gerade wieder alles „postfaktisch“ so versprochen wird, wie die Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft, die Abschaffung der Burka, eine konsequente, schnellere Abschiebung etc., und dann postwendend nichts eingehalten wird, wollen wir wetten. So geht das ja unter Merkel, schon die ganzen, vergangenen 16 Jahren so. Gebe es doch mal einen „Stresstest“ für Politiker, dann müssten bestimmt einige gehen und andere könnten ihre Chance wahrnehmen, wirklich was in Europa positiv zu verändern und auch sonst könnte alles viel besser werden.  

 

„Stresstest“ war übrigens das internationale Word des Jahres 2011, 2012 war es das Wort Rettungsroutine, 2013 GroKo - also Große Koalition, 2014 war es dann die Lichtgrenze - das hat etwas mit dem Mauerfall zu tun und 2015 dann zu guter „letzt“, das Word „Flüchtlinge, einfach Wau oder über was manche überbezahlte Menschen sich doch ihr schlecht durchblutetes Gehirn zermattern.

 

Deutschland ist und bleibt nun mal, das Land der „Dichter und Denker“. Goethe hätte bestimmt großes Verständnis, für alle „pauvre crétins“ aus der deutschen „Denkschmiede“ dieses Jahrhunderts, man(n) gönnt sich ja sonst nichts. Ich persönlich hätte ja aus „postfaktisch“ eher passender und aktueller politischerweise das Wort „Prost-Fuck-Dich“ gemacht, weil es einfach nachhaltiger reflektiert werden kann und auch sonst ehrlicher rüberkommt, wie ich als bescheidener Souverän, der ich nunmal von Hause aus bin, so finde.